Pferdestallbohlen 32 oder 38 mm: Welche Stärke ist die richtige?

Wenn du Pferdestallbohlen kaufst, ist die erste Entscheidung nach der Holzart die Stärke. Bei Bongossi und Eiche sind 32 mm und 38 mm die gängigen Standards, dazu kommen 26 mm für Sonderfälle und 45 bis 50 mm für Außen- und Sicherheitswände. Jede Stärke hat ihren Einsatzort, und die falsche Wahl macht entweder den Stall unsicher oder unnötig teuer. Hier kommt die Entscheidungshilfe.

Die Standardstärken im Überblick

Stärke Einsatzort Maximaler Pfostenabstand Anmerkung
26 mm Heuraufen-Verkleidung, dekorative Bereiche 80 cm kein Pferdekontakt direkt
32 mm Boxen-Trennwände zwischen ruhigen Pferden 120 cm Standard im normalen Reitstall
38 mm Boxen-Außenwände, junge oder unruhige Pferde 150 cm Profi-Standard für Hochbelastung
45 bis 50 mm Hengstboxen, Sicherheitsbereiche, Auslaufzäune 200 cm Schwerlast-Anwendung

32 mm: der Standard für innere Trennwände

32 mm Bongossi oder Eiche ist der Standard für Trennwände zwischen Boxen in einem normalen Reit- oder Pensionsstall. Die Bohle ist stark genug, um einen erwachsenen Tritt aufzunehmen, ohne zu brechen. Sie ist gleichzeitig dünn genug, dass die Box innen nicht klobig wirkt und die Materialkosten im Rahmen bleiben.

Wichtig dabei: der Pfostenabstand. Bei 32 mm darfst du maximal 120 cm zwischen den tragenden Pfosten lassen. Wird der Abstand größer, biegt sich die Bohle bei einem Tritt durch und kann brechen. Wenn deine Boxenwände länger sind, brauchst du Zwischenpfosten oder du gehst auf 38 mm.

32 mm eignen sich auch für Türfüllungen, Boxenfronten und Trennwände mit Gittereinsatz darüber.

38 mm: für Außenwände und unruhige Pferde

Sobald die Boxenwand Außenwand ist (also direkt nach draußen geht) oder das Pferd jung, unruhig oder hengstig ist, geh auf 38 mm. Die Bohle ist deutlich biegesteifer und nimmt auch einen massiven Tritt schadlos auf. Bei 38 mm Bongossi sind selbst Pfostenabstände von 150 cm machbar.

Auch sinnvoll: Heuraufen mit Pferdekontakt, Trennwände zur Stallgasse, Wände in Fahrgassen, wo Pferde beim Vorbeiführen anstoßen können.

Der Mehrpreis von 32 auf 38 mm liegt bei rund 20 bis 30 Prozent. Bei der erwartbaren Lebensdauer (40+ Jahre) lohnt der Aufpreis fast immer für tragende Wände.

Bohlenbreite: 120 mm als Standard

Die übliche Bohlenbreite bei Pferdestallbohlen ist 120 mm. Bei Nut-und-Feder-Profil ergibt das eine Deckbreite von ungefähr 110 mm. Dieses Maß hat sich aus mehreren Gründen durchgesetzt:

  • Stabilität: schmaler arbeitet das Holz weniger und Risse sind seltener.
  • Austauschbarkeit: eine beschädigte Bohle lässt sich einzeln tauschen.
  • Optik: gleichmäßige Linienbildung in der Wand.
  • Verschnitt: 120 mm passt in Standard-Lagerschnittlängen ohne große Verluste.

Breitere Bohlen (140 oder 160 mm) sind verfügbar, arbeiten aber mehr. Bei stark schwankendem Stallklima können sie schüsseln oder Risse bekommen.

Bohlenlänge: was bestellst du?

Bongossi-Pferdestallbohlen bei uns kommen in Fixlängen oder Wunschlängen. Übliche Lieferlängen 2,00 bis 3,00 m. Längere Bohlen ab 3,50 m sind möglich, müssen aber bei Kommissionsware angefragt werden.

Plan deine Wandlänge so, dass du möglichst wenig Verschnitt hast. Bei einer Boxenwand von 3,50 m Länge bestellst du 3,50-m-Bohlen, nicht 4 m. Verschnitt kostet bei Bongossi richtig Geld.

Nut und Feder oder stumpf gestoßen?

Nut und Feder ist im Pferdestall Standard. Gründe:

  • Kein Spalt, durch den Pferde nüstern oder Hufe einklemmen können.
  • Zugluft wird vermieden, was für das Stallklima wichtig ist.
  • Die Wand wirkt als zusammenhängende Fläche, kein Pferd kann eine einzelne Bohle herausstemmen.

Stumpf gestoßene Bohlen findest du nur bei Heuraufen-Verkleidungen oder Außenfassaden, wo die Belüftung gewünscht ist.

Schnellentscheidung: welche Stärke für dein Projekt?

  • Normaler Pensionsstall mit ruhigen Pferden: 32 mm Bongossi für Trennwände, 38 mm für Außenwände.
  • Hengststall, junge Pferde, Verkaufsstall: durchgehend 38 mm, bei Bedarf 45 mm.
  • Offenstall mit Bohlenwänden ohne direkten Pferdekontakt: 26 oder 32 mm Lärche, das reicht.
  • Unterstand-Innenausbau ohne Pferdekontakt: 26 mm reichen.

Häufige Fragen

Sind 32 mm für meine Hannoveraner-Box ausreichend?

Ja, wenn der Pfostenabstand 120 cm nicht überschreitet und das Pferd ein normales Temperament hat. Bei Stuten in Rosse oder unruhigen Hengsten lieber 38 mm.

Kann ich 32 und 38 mm in einer Wand kombinieren?

Technisch ja, optisch nein. Die Nut-und-Feder-Profile sind in den Stärken meist nicht kompatibel. Wenn überhaupt, dann mit Trennleiste dazwischen.

Wie groß ist der Preisunterschied?

32 vs 38 mm Bongossi: ungefähr 20 bis 30 Prozent Aufpreis. Pro Box rechnest du mit 80 bis 200 € Differenz.

Kommen die Bohlen schon glatt gehobelt?

Ja. Unsere Bongossi-Pferdestallbohlen sind A- und D-seitig glatt gehobelt (AD), die Sichtseiten sind direkt einbaufertig. So gibt es keine Splittergefahr für Pferd oder Mensch.

Du brauchst eine konkrete Stärken-Empfehlung für dein Stallprojekt? Schick uns Skizze oder Maße per Mail an info@holzagenten24.de, wir geben dir eine Materialliste mit passender Stärke und Pfostenabstand.

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