Holzfassade welches Holz? Lärche, Douglasie und Thermoholz im Vergleich

Eine Holzfassade ist eine Entscheidung für die nächsten dreißig Jahre. Sie verändert nicht nur das Aussehen deines Hauses, sondern auch, wie es altert, wie viel Pflege es braucht und wie es sich anfühlt, jeden Tag durch die Tür zu gehen. Welches Holz dafür das richtige ist, hängt von deinem Standort ab, von deinem Pflegewillen und davon, ob du eine warme, lebendige Fassade willst oder eine, die in fünf Jahren silbergrau patiniert ist und genau so bleibt.

Wir verkaufen Fassadenholz seit über zwei Jahrzehnten. In diesem Artikel zeigen wir dir, welche Holzarten sich wirklich für die Fassade eignen, was sie kosten, wie sie altern und wo ihre Schwachstellen liegen. Ohne Werbe-Sprache, dafür mit den Fragen, die wir am Telefon zigfach pro Woche beantworten.

Worauf es bei Fassadenholz wirklich ankommt

Eine Fassade ist Wetter ausgesetzt wie kaum ein anderer Bauteil deines Hauses. Sonne, Regen, Frost, Wechsel zwischen feucht und trocken. Damit ein Holz das Jahrzehnte mitmacht, muss es drei Eigenschaften mitbringen: natürliche Dauerhaftigkeit gegen Pilzbefall, Formstabilität bei Feuchtewechseln und eine ausreichend dichte Faserstruktur, damit Wasser nicht eindringt.

Die offizielle Klassifizierung dafür heißt Dauerhaftigkeitsklasse nach EN 350. Klasse 1 ist „sehr dauerhaft", Klasse 5 ist „nicht dauerhaft". Für Fassaden ohne chemischen Schutz solltest du Klasse 1 bis 3 anvisieren. Klasse 4 und 5 brauchen entweder Modifikation oder regelmäßige Anstriche.

Die fünf wichtigsten Holzarten für Fassaden

Holzart Dauerhaftigkeitsklasse Lebensdauer ohne Pflege Preisniveau Optik
Sibirische Lärche 3 bis 4 30 bis 50 Jahre mittel warm rotbraun, vergraut silber
Douglasie 3 bis 4 25 bis 40 Jahre günstig bis mittel rötlich, vergraut silber
Thermoholz Esche oder Kiefer 1 bis 2 30 bis 50 Jahre mittel bis hoch tief schokobraun
Accoya 1 50 Jahre plus hoch hell, fast nordisch
Western Red Cedar 2 40 bis 60 Jahre hoch warm rötlich

Sibirische Lärche, der Klassiker für Fassaden

Wenn du in Deutschland eine Holzfassade siehst, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie aus sibirischer Lärche besteht. Das hat Gründe. Sibirische Lärche wächst in extrem kalten Regionen langsam, dadurch bekommt sie eine sehr dichte, harzreiche Struktur. Sie ist witterungsfest, formstabil und vergraut gleichmäßig zu einem edlen Silbergrau, das viele Architekten gezielt einsetzen.

Im Vergleich zu europäischer Lärche ist die sibirische Variante feinastiger, gleichmäßiger gewachsen und enthält mehr Harz. Sie ist die richtige Wahl, wenn du eine ruhige, hochwertige Optik willst und die Fassade möglichst lange ohne Pflege überleben soll.

Schwachstellen: ein gewisser Harzaustritt in den ersten zwei Sommern, der sich aber verflüchtigt. Außerdem reagiert Lärche sensibel auf stehende Nässe, also achte auf konstruktiven Holzschutz, dazu gleich mehr. Unsere Fassadenprofile findest du hier.

Douglasie, die heimische Alternative

Douglasie ist die preisgünstigere Schwester der Lärche. Sie wächst in Deutschland, ist regional verfügbar und damit eine nachhaltige Wahl ohne lange Transportwege. Mechanisch ist sie etwa auf Lärche-Niveau, optisch kommt sie wärmer und rötlicher daher, und sie vergraut ähnlich gleichmäßig.

In der Anschaffung ist Douglasie typischerweise zehn bis dreißig Prozent günstiger als sibirische Lärche, je nach Sortierung und Profil. Wenn dir Regionalität wichtig ist und du auf ein paar Jahre Lebensdauer im Vergleich zur sibirischen Lärche verzichten kannst, ist Douglasie die ehrliche Wahl. Hier unsere Douglasie-Auswahl.

Thermoholz, die hochwertige Lösung ohne Tropenholz

Thermoholz ist heimisches Holz, das durch Hitze ohne jede Chemie behandelt wird. Bei 180 bis 230 Grad werden alle Inhaltsstoffe ausgetrieben, die Pilze als Nahrung bräuchten. Das Ergebnis: ein Holz mit Dauerhaftigkeitsklasse 1 bis 2, das aussieht wie tropisches Hartholz und sich für Allergiker und Bauherren mit Anspruch an Nachhaltigkeit perfekt eignet.

Optisch ist Thermoholz tief schokobraun, fast karamellisiert. Es vergraut langsamer als unbehandelte Hölzer, behält die Farbe also länger. Wenn du eine dunkle, edle Holzfassade willst und ohne Tropenholz bauen möchtest, ist Thermoholz unsere Top-Empfehlung. Verfügbar in unserer Thermoholz-Reihe.

Accoya, die Premium-Wahl mit 50-Jahre-Garantie

Accoya ist acetylierte Kiefer, ein patentiertes Verfahren, bei dem Essigsäure-Anhydrid in die Zellstruktur des Holzes eingebracht wird. Klingt nach Chemie, ist aber lebensmittelecht. Das Ergebnis ist ein Holz, das praktisch kein Wasser mehr aufnimmt und das deshalb extrem formstabil und dauerhaft ist.

Der Hersteller gibt 50 Jahre Garantie auf die Dauerhaftigkeit oberirdisch. Optisch ist Accoya hell, fast nordisch, und lässt sich wunderbar lasieren oder unbehandelt vergrauen lassen. Preislich liegt es im obersten Segment, dafür ist es einer der wenigen Werkstoffe, von denen du ehrlich sagen kannst: das hält länger als das Haus drumherum. Mehr in unserer Accoya-Kollektion.

Western Red Cedar, der Klassiker aus Nordamerika

Western Red Cedar ist das traditionelle Fassadenholz Nordamerikas. Es ist sehr leicht, sehr formstabil und hat von Natur aus einen hohen Gehalt an Thujaplicin, einem Stoff, der Pilze und Insekten abhält. Das macht WRC zu einem der haltbarsten unbehandelten Hölzer überhaupt, mit Dauerhaftigkeitsklasse 2.

Optisch warm rötlich-braun, vergraut zu einem warmen Silbergrau. Der Preis ist hoch, weil das Holz importiert wird. Aber wer eine Fassade mit Charakter will und auf Langlebigkeit setzt, findet in Cedar eine sehr schöne Lösung. Achte auf FSC-Zertifizierung, alle unsere Lieferungen sind zertifiziert.

Was du bei der Verlegung unbedingt beachten musst

Egal welches Holz du wählst, die Lebensdauer steht und fällt mit der Verlegung. Drei Regeln, die wir bei jedem Bauherrengespräch wiederholen.

Konstruktiver Holzschutz vor chemischem

Holz hält ewig, wenn es nicht dauerhaft nass wird. Plane einen ausreichenden Sockelabstand zum Boden ein, mindestens 30 Zentimeter, besser 50. Sorge für eine Hinterlüftung von mindestens 20 Millimetern zwischen Holz und Dämmung, damit Feuchtigkeit ablüften kann. Verwende Tropfkanten an den Brettenden, damit Wasser nicht in die Hirnholzfasern zieht.

Profilwahl entscheidet über Optik und Haltbarkeit

Stulpschalung, Boden-Deckel, Rhombusleisten oder Nut und Feder, jedes Profil hat seine Stärken. Stulpschalung ist robust und klassisch, Rhombusleisten sind moderner und besonders gut hinterlüftet, Boden-Deckel sehr regenfest. Wir beraten dich gerne dazu in einem persönlichen Gespräch.

Befestigung mit Edelstahl

Verzinkte Schrauben oder Nägel sind bei Lärche und Douglasie tabu, weil die Inhaltsstoffe das Metall angreifen und unschöne Rost-Tränen entstehen. Nutze immer Edelstahl A2, in Küstennähe A4. Das gilt für jede Holzart auf Fassade.

Welches Holz für welchen Bauherrn?

  • Du willst günstig und regional: Douglasie
  • Du willst die Klassiker-Optik mit langer Haltbarkeit: sibirische Lärche
  • Du willst dunkle, edle Fassade ohne Tropenholz: Thermoholz
  • Du willst maximale Lebensdauer und Premium-Optik: Accoya
  • Du willst Charakter und warme Farbgebung: Western Red Cedar

Häufige Fragen zur Holzfassade

Muss ich eine Holzfassade streichen?

Nein, alle hier genannten Hölzer sind ohne Anstrich dauerhaft. Du kannst sie aber lasieren, wenn du die Originalfarbe halten willst. Mehr dazu in unserem Artikel zum Thema Holzfassade vergrauen oder lasieren.

Wie lange hält eine Holzfassade?

Bei korrekter Verlegung 30 bis 50 Jahre, bei Accoya auch länger. Konstruktiver Holzschutz ist der entscheidende Hebel.

Was kostet eine Holzfassade pro Quadratmeter?

Material zwischen 25 und 90 Euro pro Quadratmeter, je nach Holzart und Profil. Dazu Unterkonstruktion, Befestigung und ggf. Lasur. Eine ehrliche Hausnummer für ein Einfamilienhaus liegt bei 6.000 bis 18.000 Euro Material.

Welches Holz ist am nachhaltigsten?

Heimische Douglasie aus deutschen Wäldern hat die kürzesten Transportwege und besten Ökobilanzen. Wenn du ohne Importholz bauen willst, ist sie die erste Wahl.

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